Computer Classes

Computer und Informationstechnologie sind aus dem modernen Alltag nicht mehr wegzudenken. Nicht nur in der westlichen Welt, sondern auch in Schwellenländern wie Sri Lanka ist die sichere Bedienung von PCs, Internet, E-Mail oder Smartphones eine wichtige Fähigkeit für Jung und Alt! Leider ist das staatliche Bildungsangebot sehr dünn. In den Schulen auf dem Land lernen die Kinder allerhöchstens in der Theorie über Dinge wie Betriebssysteme, Office-Programme oder wie man eine E-Mail Adresse einrichtet.

2018 – Mrs.Erangi,31, hat Shantasiri Thero und Mrs.Geetha im Computer-Software-Unterricht abgelöst. Sie unterrichtet selbst an einer staatlichen Schule und kommt jedesmal ca.20 km mit dem Bus. Dafür braucht sie über eine Stunde – bei dem Verkehr auch manchmal mehr! Übrigens ist sie verheiratet – mit unserem Hardware-Teacher!

2017 – Neun Computer-Arbeitsplätze waren in Betrieb, als wir im Mai weg gegangen sind. Jetzt, als wir im November wieder kamen, funktionierten nur noch drei Rechner ! Und während wir vor Ort waren, fiel auch noch ein weiterer Computer aus. Sämtliche Netzteile waren beschädigt, und die sind wegen ihres europäischen Ursprungs im Land nicht zu beschaffen (so wollen es die Hersteller !) . Neue Computer sind wegen der hohen Kosten im Land und weil für hier gespendete Rechner die Transport- und Zoll-Kosten sehr hoch sind, nicht zu beschaffen. Die Folge war ein erheblicher Rückgang der Teilnehmerzahlen. So haben wir die Arbeitsplätze unter großem Einsatz von Heiko Hoffmann mit den neuen Raspberry PIs ausgestattet. Diese sind wegen ihrer geringen Größe und ihres Gewichtes leicht im Fluggepäck mitzunehmen.

Diese kamen Anfang 2012 auf den Markt .Der im Vergleich zu  üblichen Personal- Com-putern sehr einfach aufgebaute Rechner wurde von einer britischen Stiftung mit dem Ziel entwickelt, jungen Menschen den Erwerb von Programmier- und Hardwarekenntnissen zu erleichtern. Entsprechend   niedrig wurde der Verkaufspreis angesetzt, der je nach Modell etwa 5 bis 35 USD beträgt. Die Grundfläche der Platine entspricht etwa den Abmessungen einer Kreditkarte. Als Betriebssystem kommen allerdings angepasste Linux-Distributionen mit grafischer Benutzeroberfläche zum Einsatz, was uns zwar unabhängig von Microsoft macht, aber auch eine Umstellung im gewohnten Denken der Menschen vor Ort erfordert. Das war beim ersten Versuch unserer Einführung dort vor zwei Jahren nicht gelungen. Angeblich haben die StudentInnen die Neuerung nicht angenommen; wir vermuten aller-dings den Widerstand bei der damaligen Lehrkraft. Vielleicht lag es auch an der kurzen Zeit, die uns damals dafür zur Verfügung stand. Jetzt haben tatsächlich die ersten Einführungskurse in den Umgang mit Computer, Maus und Tastatur und der Einarbeitung in die Text-Software mit diesem System bereits statt-gefunden! Wer es nicht weiß, merkt den Unterschied nicht. Am Ende eines solchen Kurses wird es dann etwa zwei bis drei Einheiten geben, in denen die Umstellung auf WORD von Microsoft,  das noch im ganzen Land Verwendung findet, eingeübt wird.

Wohl nicht nur aus der Not der reduziert funktionstüchtigen Microsoft-Computer, sondern auch aus eigenem Interesse und Neugier , adaptiert unser neuer Computerlehrer Shantasiri das neue Angebot. Verspätet wegen des Todes seines jüngeren Bruders, der an den im April/Mai grassierenden Masern plötzlich gestorben war, hat er im Juni begonnen mit zwei Anfängerkursen, in denen erstmals auch das Zehn-Finger-System eingeübt wird, und einem Spezialkurs im Microsoft Excel-Kalkulationsprogramm.

April 2017 – Es ist Montag Nachmittag, gestern sind wir hier eingetroffen. Wir sitzen in dem neuen Computer-Klassenraum. Thema ist das Formatieren von Spalten in einem Word-Dokument. Mit uns sitzen in diesem Anfängerkurs sieben Studenten, drei Mädchen und vier Jungs.

Ymesh ist einer von ihnen, er ist 12 Jahre alt und besucht die 6.Klasse an der staatlichen Schule. Seine Lieblingsfächer sind Mathematik und Englisch. Sein Vater ist Fischer  hier  im  Dorf,  die  Mutter kränkelt und versorgt den Haushalt, die ältere Schwester macht gerade O-Level (Mittlere Reife). Später will er einmal Ingenieur werden und Brücken über die Flüsse bauen. Dafür braucht er gute Computerkenntnisse und ist froh, an diesem kostenlosen Kurs teilnehmen zu dürfen.

Neben diesem zweistündigem Nachmittagskurs gibt es noch vier weitere in der Woche mit unter-schiedlicher Teilnehmerzahl und unterschied-lichem Kenntnisstand in Microsoft Office und unterschiedlichem Alter. Am Whiteboard steht Mrs. Geetha, unsere IT-Lehrerin und schreibt die Fachbegriffe an die Tafel. Sie wird uns Ende dieses Monats verlassen. Sie hat eine Vormittags-beschäftigung gefunden und kann sich jetzt nachmittags besser um ihre 8jährige Tochter kümmern.    

Nachfolger wird der Mönch Shanthasiri sein, der schon 2012 unsere ersten Computerkurse geleitet hat. Mit ihm haben wir ein neues Unterrichtskon-zept erarbeitet. Es wird nur noch 2 Anfängerkurse geben, deren Lerninhalte der Umgang mit dem PC und das Erlernen aller Word-Funktionen unter Anwendung des Zehn-Finger-Systems sein sollen. Diese können an einem dritten Nachmittag bei Bedarf geübt und vertieft werden. An den verblei-benden zwei Nachmittagen werden Spezialkurse angeboten für Interes-senten an Excel, Power-Point, Database, Grafik und Videobearbeitung.

Neueröffnung des Ausbildungszentrums 2016

Im anderen großen Raum (ca.20qm) sind die Computerkurse untergebracht. Fünfmal in der Woche für je zwei Stunden unterrichtet Mrs. Geetha ca.35 Schülerinnen und Schüler unterschiedlichsten Alters und Erfahrungsstandes im Umgang mit den „Office“- Programmen von Microsoft. Die Ausfallquote der Rechner ist wegen der Luftfeuchtigkeit enorm hoch, sodass wir hier über Veränderungen hinsichtlich Material und Lehrplänen nachdenken.

2016

An jedem Nachmittag in der Woche bildet unsere IT-Lehrerin  Mrs. Geetha in fünf Kursen Kinder, Jugendliche und Erwachsene für den Umgang mit dem Computer und der Windows-Software aus. Die hohe Luftfeuchtigkeit schadet allerdings den von uns zur Verfügung gestellten gespendeten und schon gebrauchten Geräten erheblich. Das hatte uns auf die Idee gebracht, die neu entwickelten weniger empfindlichen und bedeutend preiswerteren Raspberries Pi zu installieren. Diese basieren auf Linux, einem anderen Betriebssystem als Microsoft, das ist dafür aber kostenlos inklusive der Software.

2014

Mit großem Engagement setzt Mrs.Geetha ihre Kurse im Computer Trainings Center fort mit  fünf verschiedenen Kursen in der Woche. Das Interesse der Kinder und Jugendlichen und auch der Erwachsenen aus der Region ist außerordentlich groß. Alle wissen, dass sie damit in ihre Zukunft investieren. Als Dank haben wir ihr die von euch gesammelten USB-Sticks überreicht, auch wenn diese manchmal als Einfallstor für Viren und Malware dienen. Leider geben nach wie vor immer wieder Computer ihren Geist auf, so dass deren Ersatz eine dauerhafte wichtige Aufgabe bleiben wird! Auch der für den Unterricht eingesetzte Beamer musste für ca.110 € repariert werden. Die Firma Kieser-Training in Hamburg-Eimsbüttel hat uns 5 Rechner überlassen, allerdings ohne die betriebsbedingt zu vernichtenden Festplatten.

November 2013

Der junge Mönch Santhasiri hatte sich abgemeldet, um sich auf seine Examina vorzubereiten. Wir trafen auf Mrs.Geetha, die neue IT-Lehrerin, in diesem Fach schon mit langjähriger Erfahrung. Wir konnten beobachten, wie sie mit großer Ernsthaftigkeit an fünf Nachmittagen pro Woche Schüler, Erwachsene und bereits Berufstätige mit Computern und Software vertraut macht.

April 2013

Reger Betrieb war im Computer Trainings Center! Zwei Nachmittagskurse für Schüler und Schülerinnen, in denen sie die Bedienung der Office-Programmen lernen. Mittwochs trafen wir auf erwachsene Frauen und Männer, die sich ebenfalls an den Computern weiterbilden in einem etwa viermonatigem Kurs und damit ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt er-heblich verbessern. Und als neues Highlight hat ein mehrmonatiges Trainingsprogramm für Erwachsene begonnen, in dem es um die Hardware geht, den Aufbau und Umgang und um Reparaturen. Dazu wurde Hasitha eingestellt, ein kurz vor dem Examen stehender Student des College of Technology in Galle . Er erhält dafür 30 Euro im Monat, der Rest des IT-Lehrer-Etats geht an den Mönch Santhasiri, der alle anderen Software-Kurse leitet und jetzt begleitend auch den Umgang mit der Hardware lernt. Ein freundlich-engagierter junger Mann, der uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt!

Zuwachs bekommt das Computer Trainings Center durch Sarath, unser Vermieter, der im vergangenen Jahr sich persönlich vor Ort hat informie-ren können, bringt 9 Computersys-teme aus der Internationalen Schule in Bremen, dem Arbeitsplatz seiner Frau, auf den Seeweg nach Mirissa. Auch einen neuen Beamer hat er bei-getragen, der den Unterricht deutlich anschaulicher machen kann.

2012

Besonders beeindruckt waren wir über die Nachfrage nach den Computerkursen. Täglich (außer Sonntags) gibt es zwei Stunden Unterricht an den zehn Arbeits-plätzen, zur Zeit noch gestaltet von den beiden Mönchen Gothama und Shantasiri (der auch den Englisch-Unterricht durchführt). So lernen die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit dem Rechner, erste Schritte mit Word, Excel und Powerpoint, sie können sich ein Email-Konto ein-richten und nutzen, Informationen aus dem Internet herunterladen. Und es ist verständlich, dass die Jüngsten lieber mal auf Computerspiele ausweichen als das Zehn-Finger-System einzuüben. Wie groß das Interesse ist und wie wichtig diese Kom-petenzen für später hat uns veranlasst, das Gehalt für einen Computerlehrer im nächsten Halbjahr zur Ver-fügung zu stellen, auch wenn es in unserem Etat noch nicht finanziert ist.

2012 Wir starten mit Computerunterricht

Anfang Mai endlich trafen die Kartons in Mirissa ein: es fehlten 8 (von 37), darin hauptsächlich PCs, Monitore und andere IT-Ausrüstung! Mit unserer Spende von Euro 1135,-  konnten dann das nötige Mobiliar, die technische Ausstattung, sowie die Telefon- und Internetgebühren für ein halbes Jahr finanziert werden.

In der extra dafür ausgebauten Halle finden jetzt tägliche Computerkurse statt für Schüler, Erwachsene und bereits Berufstätige, um die Chancen für eine Berufsausübung zu erhöhen.

Die Nachfrage ist groß! In den umliegenden zehn Schulen wird zwar Informations-Technologie unterrichtet, aber eine entsprechende Ausstattung ist nicht vorhanden. So melden sich vermehrt auch Kinder von dort, um hier jetzt die praktischen Kenntnisse im Umgang mit Computern lernen zu können. „Thank you very much for helping us to give them a hand.  I hope these news will be a pleasure for you.”

Dringend erforderlich ist jetzt das nötige Unterrichts-Mobiliar, ein Netzwerk muss einge-richtet und ein Breitband-Internet-Zugang beschafft werden. Dazu kommen die monat-lichen Elektrizitätskosten und die Gebühren für das Internet. Das alles will in Schuss ge-halten und ggfs. später wieder repariert werden. Wir haben deshalb erst einmal 1.135 Euro aus eigener Tasche für die Erstausstattung überwiesen. Das im Etat vorgesehene Geld für den IT-Lehrer war durch die Reparaturmaßnahmen in Folge des Cyclones aufgebraucht worden. Wir hoffen, dass wir spätestens zum zweiten Halbjahr 2012 wieder genug Geld zu-sammen haben, um dann einen Lehrer fest einstellen zu lassen. Gothama verhandelt gerade darüber, dass die am Tempel ausgebildeten Studenten dann eine staatliche Abschlussprüfung absolvieren können.

März/April. Mit unserer Containeraktion gab es dann doch größere Schwierigkeiten als vorhersehbar. Im März haben die Container den Hafen von Colombo erreicht. Es hat, so wurde uns berichtet, einige Anstrengungen von Martina Lenz vom Verein „auxilio-venire“ und deren Kontakte in höchste politische Kreise gebraucht, um die Container ohne größere „Geldzuwendungen“ für diverse Beamte freizubekommen. Man habe im Land panische Ängste vor Waffenlieferungen (wobei unseres Erachtens Bücher und Computer durchaus friedliche Waffen für mehr Bildung sind!). Die Hafenbehörden in Colombo hielten sich an keine vorher getroffenen Absprachen, so dass die erhobenen Zollgebühren (obwohl alles gebraucht und gespendet ist!) am Schluss mehr als das Doppelte der gesponserten Frachtkosten betrugen (über 7000,- €!) . Wir beteiligten uns für unsere Beiladung mit 500,- Euro, und damit waren die Spendengelder, mit denen wir einen IT-Lehrer für das 2.Halbjahr 2012 bezahlen wollten, aufgebraucht.

Am 27.Januar halfen wir in Viernheim beim Beladen der zwei Container für Sri Lanka unseres Kooperations-Partners „auxilio-venire e.V.“, die auch die von uns im Sommer gesammelten und  gepackten Computer samt Zubehör und die vielen anderen gespendeten Sachen für Mirissa befördern. Ab Rotterdam werden sie am 4.Februar auf die große Seereise nach Colombo gehen, wo sie am 5.März eintreffen sollen.

Restaurierung einer vom Tsunami beschädigten Halle für IT-Kurse ab Juni 2012 und Einrichtung von zehn Computer-/Internet-Arbeitsplätzen.

Was jetzt dringend ansteht ist die Wiederherstellung und Einrichtung eines geeigneten Raumes zur Durchführung der Computerkurse, mit deren Hilfe schulentlassene junge Menschen bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sich erwerben können , speziell in der langsam wieder wachsenden Tourismus-branche. Der sollte fertiggestellt sein, bevor der Container vor Ort eintrifft. Dach, Wände, Türen und Fußboden, zerstört durch den Tsunami, müssen restauriert, elektrische Leitungen neu verlegt und gesichert werden. Ein Netzwerk muss eingerichtet und ein Breitband-Internet-Zugang beschafft werden. Dazu kommen die monatlichen Elektrizitätskosten und die Gebühren für das Internet. Das alles will in Schuss gehalten und ggfs. wieder repariert werden. Laut Angaben von dort wird dafür ein finanzieller Bedarf von etwas über 1.000 Euro nötig sein.

Und dann geht es noch um die Anstellung und Finanzierung der IT-Lehrer, die in Sri Lanka  ca.100 Euro monatlich verdienen !