Advance Rural Schools

Das Schulsystem in Sri Lanka

Grundschule
Es besteht in Sri Lanka für alle Kinder Schulpflicht. Vergleichbar mit dem deutschen Schul-system sind in Sri Lanka die ersten fünf Schuljahre ähnlich unserer Grundschule. Mit fünf/sechs Jahren werden die Kinder eingeschult. Da es jetzt offiziell drei Amtssprachen in Sri Lanka gibt, werden diese jetzt auch unterrich-tet. Aber im Süden und Westen wird im Normalfall der Unterricht in Singhalesisch und im Norden und Osten in Tamil gehalten. Die Schule geht immer von montags bis freitags von 07:30 – 13:30 Uhr. Es gibt im Stundenplan einmal pro Woche 45 Minuten Zeit, damit die Kinder in der Bibliothek Bücher ausleihen können oder etwas nachschlagen können etc. Das Schuljahr beginnt in ganz Sri Lanka in der ersten Januarwoche und endet Ende Dezem-ber. Ferien gibt es jeweils im April und im August 3 Wochen und fast den kompletten De-zember. Im Osten und Norden des Landes haben die SchülerInnen auch während dem Ramadan unterrichtsfrei.
In diesen ersten Jahren haben die Kinder Unterricht in Sinhala, Tamil, Englisch, Mathematik, Kunst, Sozialkunde, Religion (buddhistisch oder christlich im Süden, islamisch im Norden und Osten). Jede Klasse hat eine/n Klassenlehrer/in, die für die Klasse verantwortlich ist.
Ab der 3. Klasse gibt es Prüfungen (Trimester), die ein Kind bestehen muss, damit es in die nächste Klasse kommt. Diese Prüfungen werden von dem/r verantwortlichen Klassen-lehrer/in übernommen. Am Ende der 5. Klasse gibt es eine Abschlussprüfung zur Entscheidungsfindung auf welche Schule das Kind gehen darf. Besteht ein Kind diese Prüfung mit einer bestimmten Punktzahl, hat dieses Kind die Möglichkeit auf eine bessere Schule zu kommen, wenn nicht geht diese Kind auf eine normale Schule. Die besseren Schulen sind meistens in den größeren Städten zu finden.
Die Lehrer sind von der Regierung angestellt und bekommen ein monatliches Gehalt auch über die Ferienzeiten hinweg. Deren Motivation guten Unterricht zu machen ist oft sehr ein-geschränkt und deswegen ist es für die Kinder kaum möglich ohne Zusatzunterricht die nötige Punktzahl zu erreichen, damit sie auf eine der besseren Schulen kommen können.
Der normale Schulunterricht reicht nicht aus, um eine gute Bildung und ein gutes Examen zu erhalten, für dieses ist es unumgänglich einen privaten Zusatzunterricht zu besuchen.
Der Privatunterricht findet meist an den Wochenenden statt und kostet jedes Kind für vier
Unterrichtseinheiten in einem Fach ca. 3 € / Monat. Da mehrere Fächer anfallen, belaufen sich die Kosten für diesen Zusatzunterricht zwischen 10 – 15 € / Monat, je nachdem in welcher Klassenstufe sich das Kind befindet.
Vor den Ferien, meistens im März, finden in den Schulen Sportfeste statt. Alle SchülerInnen bilden z.B. drei Gruppen. Die Mitglieder dieser Gruppen treten dann in unterschiedlichen Wettkämpfen gegeneinander an und wer gewinnt, bekommt die Punktzahl der Gruppe zugeschrieben. Die Kinder bauen symbolisch für ihre Gruppe ein Haus, das ausgeschmückt wird und man trainiert und bereitet sich als Gruppe auf das Sportfest gemeinsam vor.

Weiterführende Schulen
6. – 10. Klasse für das O-Level-Examen (ähnlich dem Realschulabschluss)
10. – 13. Klasse für das A-Level-Examen (ähnlich unserem Abitur)
Von der 6. bis zur 10. Klasse haben die Schüler/innen folgende Unterrichtsthemen
Englisch_Wissenschaften_Mathematik_Religion_Landwirtschaft_Geographie_Sport_ Geschichte_IT_Tanzen oder Musik oder Kunst_Gesundheit_Sinhala oder Tamil.
Jedes Jahr werden alle Fächer geprüft, damit man in die nächste Klassenstufe kommt.
Um das O-Level zu erreichen, muss der/die Schüler/in in allen Fächern die Prüfungen bestehen. Fällt man in einem Fach durch, muss man nur dieses Fach wiederholen, fällt man in allen Fächern durch, muss man alle Prüfungen wiederholen. Die Prüfungen sind nur einmal im Jahr möglich, dies bedeutet, dass erst nach einem Jahr die Wiederholungs-prüfung stattfindet. Will der/die Schüler/in nach dem O-Level weiter machen, um das A-Level zu erlangen, geht das aber der nicht bestandene Teil muss nach einem Jahr wieder-holt werden. Für das A-Level-Examen müssen die Schüler/innen wissen, welche Fächerkombinationen sie wählen wollen, nur Englisch ist ein Pflichtfach, das nicht frei wählbar ist.
Einige Beispiele:
• Naturwissenschaften
• Arts = Künstlerische Richtung, dabei sind auch Fächer wie Religion, Geschichte
• Buchhaltung, BWL, Wirtschaftswissenschaft
• Ingeneering
Um das A-Level zu erreichen, muss der/die Schüler/in in allen Fächern die Prüfungen be-stehen. Fällt man in einem Fach durch, muss man nur dieses Fach wiederholen, fällt man in allen Fächern durch, muss man alle Prüfungen wiederholen. Die Prüfungen ist nur einmal im Jahr möglich, was bedeutet, dass erst nach einem Jahr die Wiederholungsprüfung stattfindet.
Für das O-Level- wie auch für das A-Level-Examen gilt, dass man die Prüfungen zweimal wiederholen darf. Man darf das Jahr auch wiederholen, damit man bessere Noten erhält.
Die Prüfungen in den 5., 10. und 13. Klassen sind staatliche Prüfungen, die nur von den dafür legitimierten (durch das Bildungsministerium) Lehrern kontrolliert werden dürfen. Die
Prüfungsunterlagen kommen an bestimmte Schulen, wo diese Lehrer die Prüfungen kontrollieren. An diesen Schulen kann es zu verlängerten Ferienzeiten kommen, weil noch nicht alle Unterlagen überprüft wurden. Erst wenn alle Prüfungsergebnisse vorliegen, werden diese bekannt gegeben. Deswegen erhalten die Schüler/innen nach ihren abgelegten Prüfungen noch bis zu zwei Monate Unterricht oder Arbeitsgruppen, da sie solange auf ihre Ergebnisse warten müssen.

übernommen von Birgit Käser von auxilio venire e.V.

November 2021: Nach zwei Jahren Pandemie-Pause

AUFBRUCH  IN  BILDUNG

Aufgrund der aktuellen Situation in Sri Lanka droht den meisten Menschen ein Verlust oder eine Verringerung ihres Einkommens. Dies wirkt sich direkt auf die Ausbildung der Kinder aus. Nach über einem Jahr Schließung der Kindergärten und Schulen beginnt der Alltag allmählich wieder. Prüfungen wurden in den Februar 2022 verschoben. Ferien fallen aus.

COVID AFFECTED STUDENT’S AID PROGRAM

12Kinder aus 9 ausgesuchten armen Familien erhielten zum Schulbeginn eine vollständige Ausstattung mit Schulmaterialien.

 ADVANCE RURAL SCHOOL PROGRAM

Zusätzlichen Unterricht für Schüler aus armen Familien, um den durch die Schulschließungen verursachten Bildungsverlust auszugleichen und ihnen gleiche Chancen auf eine bessere Zukunft zu geben .

15 Kinder der Klassenstufe 5 werden einmal in der Woche auf die Prüfungen vorbereitet (zwei Stunden). Sie erhalten danach eine warme Mahlzeit oder Einkaufscoupons und einen Zuschuss zu den Transportkosten    

15 Jugendliche erhalten einmal wöchentlich Nachhilfeunterricht (je zwei Stunden) in den Fächern Naturwissenschaft und Mathematik zur Vorbereitung auf das O-Level. Dazu eine warme Mahlzeit oder Einkaufscoupons und einen Zuschuss zu den Transportkosten                                          

                                                                                                             

Die kleine Landschule Henwala haben wir ausgestattet mit einem Internetanschluss inkl. Gebühren und Druckermaterialien. Direktorin und Lehrkörper sind sehr interessiert. Es gab Sitzungen mit Lehrkräften über Unterrichtsmethoden und –inhalte.

Schon 2014 hatten wir die staatliche Schule, in der Mr.Lasith unterrichtet, besucht. Trotz heftigen Regens treffen wir auf große Gruppen munterer Schüler in ihren weißen Unifor-men, die sich engagiert auf das bevorstehende Vesak-Fest vorbereiten und uns quasi die Generalprobe vorführen ihrer Gesänge, Tänze und Theatersketche für den „English Day“. Schüler, Eltern und Lehrer der ganzen Region kommen zu Besuch , um sich von der Arbeit hier einen Eindruck zu verschaffen. Unser Eindruck jedenfalls war hervorragend, ganz ent-gegen dem allgemeinen Ruf staatlicher Schulen, die wir vorher auch schon kennengelernt hatten. Überraschender Höhepunkt war die Anfrage der Schuldirektorin, ob Armane die Englisch-LehrerInnen nicht ein paar Stunden in Konversation unterrichten könne. Armanes Zusage für die nächsten Aufenthalte wird unseren Zeitplan noch enger und arbeitsintensi-ver gestalten, als wir es schon dieses Mal erlebt haben.