Report 14 – 09/2015

Hallo!

Wir waren nicht untätig und wollen euch über den neuesten Stand der Dinge in Mirissa informieren. Mehr findet ihr im angehängten Report14 . 🙂

Es grüßen
Armane, Eberhard und Robin

Weihnachtsmarkt Bruchsal 2014

Wie auch schon im letzten Jahr haben wir auch dieses Jahr einen Stand auf dem Bruchsaler Weihnachtsmarkt gehabt. Neben selbstgemachten Keksen und Marmeladen wurden auch srilankanische Gewürze verkauft, die wir aus Mirissa mitgebracht haben. Insgesamt konnten wir fast 200 € einnehmen.

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Alle Einnahmen sind wie immer für unser Projekt in Mirissa bestimmt.

Report 10 – 01/2014

Wir waren wieder vor Ort!

Dienstag 22.April 2014. NachIMG_0830 einer beeindruckenden dreitägigen Bergfahrt mit den alten ratternden Zügen von Colombo in die Berge Sri Lankas bis Badulla erreichen wir am späten Nachmittag Mirissa. Der Empfang ist wie immer herzlich, sofort sind wir in der Familie aufgenommen und sogar Nikkis Grandpa kommt angerannt, um uns in die Arme zu schließen.
Wir sind wieder „daheim“!
Am nächsten Tag geht’s mit dem Threewheeler erstmal in den nächstgrößeren Ort nach Weligama, wo wir mit Meena Nahrung und Getränke für die erste Woche einkaufen. Nachmittags schauen wir schon mal im Tempel vorbei, um erste Hände zu schütteln. Der nächste Morgen sieht uns um 9 Uhr schon am Projekt, wo wir die Ankunft von Martinas Reisegruppe („auxilio venire e.v.“) erwarten.
Und genau: für hiesige Verhältnisse („Sri-Lanka-Time“) völlig ungewöhnlich kommen die fünf TucTucs pünktlich aufs Gelände gefahren. Empfang durch die Kinder der Preschool mit Blumen, Gesangs- und Tanzvorführungen bei Tee, Früchten und Gebäck, Besichtigung von Anlage und Tempel, Informationen über Buddhismus und Segnung durch Gothama, anschließend ab 12 Uhr bei Indrani in der Batikwerkstatt.IMG_0837
Es ist ein heißer Tag! Aber Martina will sich mit ihremVerein an unserer Nähwerkstatt / Freizeitheim für junge Mädchen beteiligen mit der Schaffung eines Arbeitsraumes für sechs Näherinnen aus der Umgebung, die gegen gerechtes Entgelt für den deutschen Markt produzieren sollen. Dafür wurde inzwischen ein Finanzierungsantrag für das gesamte Gebäudeprojekt gestellt beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Wir warten auf das Ergebnis.

4. Tag Heute begrüßen wir persönlich die Kinder und ihre Erzieherinnen im „Happy Nest“ und überreichen die mitgebrachten Geschenke. Mrs.Sandamali ist als neue Praktikantin dabei, ihre Vorgängerin Hansi feiert Hochzeit. Wir zählen durch: es sind tatsächlich 24 Kinder im Raum, vier fehlen! War nicht die Rede von nur 25 Plätzen?
Eberhard beginnt mit dem Videokurs und der Erklärung von Recorder und Aufnahmetechniken. Wir stoßen auf erstaunliche Lernbereitschaft! Am Nachmittag treffen wir Mrs.Geetha, die in der Halle Computerunterricht gibt.
Auch für sie haben wir ein Geschenk mitgebracht.

5. Tag In der Halle begrüßen wir Hasitha, der IT-Hardware unterrichtet. Er ist dabei, einen defekten Drucker zu reinigen. Von ihm lassen wir uns erklären, warum zu unserem Erschrecken nur noch die Häflte der ursprünglichen Computer-Arbeitsplätze zur Verfügung steht und an der Rückwand ein Haufen von Gehäusen, Monitoren und Druckern wild aufgestapelt zu sehen ist. Sicher trägt die hohe Luftfeuchtigkeit zu einem schnellen Verschleiß bei, erklärt er uns, aber die gespendeten Computer sind eben allesamt auch ältere Modelle (P2 und P3), die dann allmählich ihren Geist aufgeben. Motherboard, Netzteil oder andere Bestandteile gehen kaputt. Er berichtet und zeigt uns, wie er die einzelnen intakten Bauteile ausbaut und sichert, um daraus wieder funktionierende Systeme zusammen zu setzen.IMG_0994

Das braucht Zeit, die er so gut wie möglich außerhalb der von uns bezahlten Unterrichtsstunden neben seinem Studium zusätzlich einbringt. Die defekten Systeme kann er gut als Lernmaterialien mit seinen Schülern einsetzen ohne die Sorge, dass diese etwas kaputt machen könnten. Ein Umstieg auf neuere Betriebsysteme (Windows 7 und neuer) ist trotz der Sicherheitsmängel von XP auch nicht möglich. Da fängt man sich dann schnell Viren ein, wovon Eberhard selbst betroffen war, als er an den Computern arbeiten musste nach Ausfall des privaten Netbooks. Auch hier hat Hasitha spontan geholfen.Wir sind sehr beeindruckt von seiner Ernsthaftigkeit, seinem Fachwissen und seinem außergewöhnlichen Engagement. Ihm einen USB-Stick mit 62GB zu schenken, den er bestaunt hat, weil er lediglich mit einem 2GB-Pen arbeitet, ist nur ein kleiner Ausgleich.

IMG_0875Und am Nachmittag treffen wir Mr. Lasith. Tatsächlich! Er hat unseren Vorschlag umgesetzt, die Englisch-Schüler in drei unterschiedliche Leistungsklassen aufzuteilen und diese jeweils getrennt zu unterrichten. Und nicht nur das! Er führt auch regelmäßig Tests durch, um den Lernfortschritt zu kontrollieren und uns rückzumelden. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen, besonders auffällig bei denen, die regelmäßig teilnehmen. Da haben wir einen sehr guten Mitarbeiter gewonnen!

6. Tag Wir sitzen bei uns auf der Terrasse und sprechen über Planung und Vorbereitung der nächsten Aktivitäten. Wir haben angefangen, die Daten der Kinder im Kindergarten aufzunehmen und zu sammeln, um diese in ihrer Entwicklung später weiter zu begleiten. Das erfordert Aufnehmen von Fotos, Entwerfen, Drucken, Verteilen und Einsammeln und Auswerten von Formularen. Immer wieder sind wir mit der Kritik konfrontiert, dass eine solche Hilfe letztendlich doch nichts bewirkt. Das macht uns nachdenklich.

7. Tag Nikki steht kurz vor ihren O-Level-Prüfungen und hat sich Gedanken gemacht, was sie anschließend tun will. Auf jeden Fall will sie von ihrer jetzigen Schule weg, die ihr im Vergleich zu anderen sehr restriktiv vorkommt, was ihre fürsorgliche Tante Meena auch bestätigt. Da hat sie sich jetzt ein American College ausgesucht. Aber bei der Durchsicht der spärlichen Unterlagen merken wir, sie hat sich schlecht informieren und beraten lassen, denn das Ausbildungziel als Erzieherin von kleinen Kindern entspricht nun gar nicht ihrem immer geäußerten Wunsch, als Lehrerin nur mit Älteren zu arbeiten. Davon ist sie dann leicht zu überzeugen. Damit sie sich nicht von uns überfahren fühlt, wollen wir zusammen mit ihr das College noch einmal aufsuchen. Weil immer wieder andere Verpflichtungen bei ihr dazwischen kommen (so werden dieSchüler z.b. morgens angerufen, dass am Nachmittag ein Vorbereitungskurs stattfindet …), kommt es zu diesem Informationsbesuch dann doch nicht mehr.

8. Tag Den Vormittag verbringen wir mit den Kindern der Preschool. Für 14 Uhr haben wir die Erzieherinnen, die IT-Lehrerin und den Englisch-Lehrer in unser Haus eingeladen für eine erste „Teamsitzung“. Unsere Idee war, dass alle ein gemeinsames Verantwortungsgefühl für das gesamte Projekt bekommen, über alles gleichermaßen informiert sind und alles mit uns gemeinsam beraten und besprechen können. Wir merken: Teamarbeit ist eine westliche Erfindung und bedarf wohl einiger Eingewöhnung. Die wöchentlichen Englisch-Kurse, die wir mit Mr.Lasith und den Erzieherinnen im Oktober letzten Jahres angeregt und finanziert haben, zeigten bei aller Schüchternheit schon erste Fortschritte in der Verständigung. IMG_0933
Zum Computertraining mit Mrs. Geetha war es allerdings nicht gekommen und in der Sitzung kam es zum Streit zwischen den Frauen bei der Frage, wer daran schuld war. Gothama schlichtet solche Konflikte und übernimmt es daraufhin, die Erzieherinnen selbst in die Arbeit mit Computer und Internet einzuweisen. Erste Emails und Facebook-Einträge haben uns zwischenzeitlich schon erreicht. Lange erfragten wir die Hintergründe für den permanenten Wunsch, die Anzahl der Kindergartenplätze auszuweiten.
Wo für uns Qualität das entscheidene Merkmal für Begrenzungen ist, scheint Quantität hier in der Kultur auch zum guten Ruf einer Einrichtung beizutragen. Wir suchen also einen Weg in der Mitte…

9. Tag Von unserem Patensohn Gayan aus dem Karlsruher Scholarship Programm hatten wir ge- hört, dass er seine O-Level-Prüfungen sehr gut bestanden hatte. Heute treffen wir ihn in Matara zusammen mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder Divan. Als Anerkennung schenken wir ihm eines der gespendeten neueren Handys mit einigem Gesprächs- und Internetguthaben. Anschließend gehts zum Einkauf von neuen Klamotten und Schuhen und diversen Nahrungsmitteln für die nächste Zeit. Mit dem TucTuc werden sie dann wieder in ihr Dorf gebracht.
Wir nehmen uns zwei freie Tage, der erste ist verregnet und am Freitag genießen wir Sonne, Meer und Strand auf unserem Lieblingsplatz im Giragalla Hotelgarten.

IMG_087812. Tag Eberhard setzt den Videokurs fort mit dem Schnitt der Aufzeichnungen vom Besuch der auxilio-venire-Gruppe. Armane assistiert Mr.Lasith beim Englisch-Unterricht und nimmt bei der Gelegenheit die ersten Fotoapparate zurück, die wir eine Woche vorher an Schüler verteilt hatten. Über zehn Kameras erhielten wir nach unserem Aufruf im letzten Report, die meisten über Robin, unseren zweiten Vereinsvorsitzenden. Unsere Idee war, Kinder und Jugendliche aus unserem Projekt Fotos machen zu lassen ohne jeglicheVorgabe. Wir wollten sehen, mit welchen Augen sie ihre Welt sehen und was davon sie festhalten wollen.
Die interessantesten Aufnahmen haben wir den jungen Fotografen ausgedruckt und stellen sie Euch in einer gesonderten Email zur Bewertung vor. Die von Euch als Beste gewählt werden wir beim nächsten Abschiedskonzert den Eltern und Gästen zur Beurteilung zeigen und die drei Gewinner erhalten dann jeweils ihre Kamera als Geschenk.

13. Tag Es ist wieder Zeit für den Einkauf unserer Nahrungsmittel und Getränke für die kommende Zeit in den Geschäften der nächsten Stadt, Schuhe sind zu reparieren in der Straße der Schuster, wir suchen nach einem Ladegerät für das Netbook, so vergeht fast ein ganzer Tag, mehr oder weniger erfolgreich.

Der 14. Tag, Montag, sieht uns vormittags mit den Kindern der Preschool, die sich begeistert jagen und fangen lassen, aber auch interessiert mit Armane Bilder schauen und kleine Spiele spielen. Eberhard staunt über die Begeisterung und Begabung seiner Videokurs-Teilnehmer. Und nachmittags sprechen wir mit der IT-Lehrerin und beobachten sie bei Ihrem Unterricht.

15. Tag Nikki fährt ab zu ihrer ersten O-Level-Prüfung. Wir lassen uns einweisen in die ausgefeilten Rituale, mit denen sie verabschiedet wird, und die ihr Glück bringen sollen. Zufrieden kehrt sie nachmittags zurück: es ging um ihr Lieblingsfach ‚human biology,’ also „easy and no problem!“ Um 14 Uhr erleben wir den Englischkurs mit Lasith und den Preschool Teachers. So lässt sich gut lernen! Mittwoch. Endlich ! Wir haben einen Termin in der Leeds International School in Galle, Nikki und Meena haben keine anderweitigen Verpflichtungen. Wir vermeiden den rasenden, überfüllten Bus und fahren gemächlich ca. 90 Minuten mit dem Zug. 60 Eurocent kostet die Fahrkarte! Die Atmosphäre bei der Anmeldung von Nikki für die nächsten zwei Jahre übersteigt alle unsere Erwartungen. Der Empfang ist freundlich, das Personal hilfsbereit, die Räumlichkeiten hell und großzügig, die Direk- torin begegnet Nikki mit aufmunternden Worten. Wir alle sind sehr zufrieden! Bei der Sampath Bank holen wir dann das Geld für die nicht unerheblichen Schulgebühren.

17. Tag Wir besuchen am Nawimana Tempel in Matara Vipassi Thero, den örtlichen Repräsen- tanten des Karlsruher Vereins „Patenkinder Matara“ und sprechen mit ihm über die Betreuung der Patenkinder und ihrer Familien, über örtliche soziale Projekte und auch über die Beobach- tung, dass der Nachwuchs an jungen Mönchen in den Tempeln zurückgeht. In den Familien werden immer weniger Kinder geboren, Arbeitsmöglichkeiten und erster Wohlstand nehmen allmählich zu, Armut geht langsam zurück. Eine erfreuliche Perspektive, auch wenn wir die Fakten nicht wirklich überprüfen können und wissen, dass buddhistische Mönche in Sri Lanka oft mit der Regierungsmeinung konform gehen. Von hier nehmen wir die Idee mit, am Tempel in Mirissa eine kleine Bibliothek mit englischen Kinder- und Jugendbüchern einzurichten, die in Matara ausgiebig genutzt wird. Dies trägt doch sehr zur Sprach- und sonstigen Bildung bei!

18. Tag Uns liegt eine Einladung vor in die staatliche Schule, in der Mr.Lasith unterrichtet. Trotz heftigen Regens treffen wir auf große Gruppen munterer Schüler in ihren weißen Uniformen, die sich engagiert auf das bevorstehende Vesak-Fest vorbereiten und uns quasi die Generalprobe vorführen ihrer Gesänge, Tänze und Theatersketche für den „English Day“. Schüler, Eltern und Lehrer der ganzen Region kommen zu Besuch , um sich von der Arbeit hier einen Eindruck zu verschaffen. Unser Eindruck jedenfalls war hervorragend, ganz entgegen dem allgemeinen Rufstaatlicher Schulen, die wir vorher auch schon kennengelernt hatten. Überraschender Höhepunkt war die Anfrage der 3 Schuldirektorin, ob Armane die Englisch-LehrerInnen nicht ein paar Stunden in Konversation unterrichten könne. Armanes Zusage für die nächsten Aufenthalte wird unseren Zeitplan noch enger und arbeitsintensiver gestalten, als wir es schon dieses Mal erlebt haben.

Samstag, 19. Tag Wir verabschieden uns von Hasitha, dem Hardware-Lehrer, der uns überraschend zu seiner Hochzeit Ende des Jahres einlädt. Das von ihm erwünschte Erinnerungsfoto und seine Abschiedsworte zeigen uns darüber hinaus, wie dankbar er ist, dass er mit der Bezahlung hier seine Studien zu Ende führen kann. Obwohl die Begegnungen mit ihm eher selten sind, rührt uns die persönliche Nähe doch sehr an. Nachmittags in den Englischkursen verteilen wir noch die Fotodrucke, wünschen den Schülern und Schülerinnen gute Erfolge und sagen „Good Bye“. Der Sonntag bleibt uns für die Vorbereitung unserer Abreise.

Montags verabschieden wir uns von den Kindern in der Preschool und verteilen letzte Geschenke. Alle Kinder, die keine Auf- nahme gefunden hatten, waren in den anderen gebührenpflichtigen Kindergärten untergekommen, bis auf zwei. Die Eltern hatten gehofft, die Zwillinge im nächsten Jahr bei uns unterzubringen. Da wir aber eine zweijährige Aufenthaltsdauer zur Bedingung gemacht haben, hatten sie auch dafür eine Absage erhalten. Schließlich erlaubten wir trotz der Platzzahlbegrenzung ausnahmsweise deren nachträgliche Aufnahme, was wieder zu mehr Ausgaben für Uniformen und Erstausstattung beim Wechsel in die Schule führt. Letztere auf ein Höchstmaß zu begrenzen kündigten wir an, aber die Eltern und die Zwillinge waren glücklich.
Als Anererkennung und Dank haben wir am letzten Tag alle Mitarbeiter eingeladen zu Tee, Gebäck und Pralinen. Dabei haben wir ihnen unser Slhoch2-Präsentationsvideo vorgeführt, das wir zum Teil beim letzten Aufenthalt aufgenommen hatten. Mrs Roshani vom Kindergarten, Mr. Lasith und Mrs.Geetha erhielten als Abschiedsgeschenk je eine Kamera und Nimalasiri vom Videokurs einen Camcorder zum Üben.
Der Kindergarten hat nach dem Zusammenbruch des Computers von uns eine neue Musikanlage mit Videoabspielgerät erhalten für die Einübung der verschiedenen Tänze. Beim Abschied spürt man, wie tief die Verbundenheit und das Vertrauen auf unsere Zuverlassigkeit inzwischen gewachsen sind. Wir sollen bald wieder kommen! Und das werden wir auch!