ALSA Wohnheim

Am 26.November 2019 erreicht uns dieser Brief von Dr.Lakshman, dem leitenden Arzt am kleinen Krankenhaus in Mirissa (siehe „Weitere Projekte“)
 
Lieber Eric und liebe Amanda.
 Es ist großartig, was ihr alles versucht, um unserem Land zu helfen.
Dies ist ein Vorschlag für ein Projekt, das Leben effektiv verändern kann.
Aber um dies zu tun, muss ich erklären, wie das srilankische Schulsystem im praktischen Leben funktioniert .
 
Im gegenwärtigen Bildungssystem in Sri Lanka ist das Abitur (A-Level) ein Wendepunkt im Leben.
Die Mehrheit von uns lernt kostenfrei  bis zum O-Level (mittlere Reife) in staatlichen
Schulen, deren Lehrer  von der Regierung bezahlt werden. Aber die Befähigung  der Lehrer und
die Einrichtungen der Schulen sind sehr unterschiedlich. Trotzdem müssen Studenten  die gleichen Prüfungen bestehen ..!
Es ist ein öffentliches Geheimnis, dass uns in den Schulen nicht viel beigebracht wird.
Mittels privatem, dann aber kostenpflichtigem Nachhilfeunterricht durch die Schullehrer  wird allen
Gelegenheit gegeben, sich den Prüfungen zu stellen,.
Wer Geld hat, hat es dann leichter, weil er/sie sich mehr Nachhilfe leisten kann.
Nach dem O/L müssen wir uns für einen Zweig entscheiden, Biologie oder Mathematik oder andere.
Um die A-Level-Prüfung (Abitur) bestehen zu können, muss jetzt jeder zum  Nachhilfeunterricht kommen, ich meinte wörtlich jeder ..!
Im Gegensatz zum O/L werden diese Kurse aber nur in den größeren Städten angeboten! Und die Studiengebühren sind himmelhoch!  Diese Unterrichtsstunden umfassen 5-6 Tage der Woche. Die Schüler besuchen also eine Schule in ihrer Region und müssen für den Nachhilfeunterricht täglich in die nächste Stadt fahren, oder sie müssen in eine staatliche Schule in der Stadt wechseln und dann dort wohnen.
Die hohen Kosten für Wohnung ,Fahrten ,Gebühren müssen von den Eltern aufgebracht werden. Das macht den Schulbesuch sehr teuer, aber es gibt keine andere Wahl. Der Staat ignoriert diese Bedingungen, erwartet aber, dass  80% der Schüler an der A/L-Prüfung teilnehmen sollen.
Ich habe persönlich erlebt, wie viele Kinder in ihrer Heimatstadt bleiben oder nach 2-3 Monaten Unterricht aufgeben.
 
Das ist meine kurze Erklärung des Systems. Ich hoffe, es hilft, ein wenig Einblick zu geben.
Nun zu meinem Vorschlag.
Wir mieten oder kaufen  ein Haus in der Nähe der Bezirkshauptstadt Matara (dort finden alle privaten Unterrichtsstunden statt), um  Studenten hier  unterzubringen. Wir stellen eine Person ein, die als Hausmeister im Haus wohnt, die Schüler betreut und kocht.
Wir schaffen eine bildungsfreundliche Umgebung im Haus. Zum Beispiel: kein Fernseher, kein Internet oder irgend welche anderen Ablenkungen.
Wir können uns mit qualifizierten Nachhilfelehrern abstimmen,  ihnen diese Studierenden  vorstellen und reduzierte oder auch erlassene Studiengebühren vereinbaren.
Die Schüler können aus armen Familien ausgewählt werden, die gewillt sind zu lernen, bei denen aber das Geld ein Hindernis darstellen würde.
Ich kann den größten Teil aller anderen notwendigen Hilfen durch freiwillige, kostenlose Leistungen von Bürgern beibringen. Ich kann vielleicht auch kostenlose Unterrichtsstunden durch Arztkollegen arrangieren. Die einzige Person, die  bezahlt werden muss, ist die, welche die Schüler betreut.
Außerdem die Miete für das Haus, tägliche Ausgaben wie Essen, Wasserrechnung, Stromrechnung und die Studiengebühren. Dazu kommen einmalig Ausgaben für Möbel und die Einrichtung des Hauses.
 
Das Abitur hat mein Leben verändert. Ich will diese Chance an andere weitergeben!
Vielen Dank. Bitte denkt  darüber nach.

Das haben wir getan und nicht nur das! 1.500 Euro haben wir zur Einrichtung und Erstausstattung beigetragen, in die auch viel Eigenleistung vor Ort eingegangen ist.

Am  18.Januar 2020 war die feierliche Eröffnung

Im ALSA wohnen derzeit zehn Schülerinnen. Dr.Lakshman, der Projektgründer, schaut regelmäßig nach ihnen. Wir finanzieren die Miete (135 € monatlich) und ein kleines Entgelt für die betreuende Mutter (ca. 100€ pro Monat). Alles Andere (Nahrung, Kleidung, Strom, Wasser und die Gebühren für die Kurse) wird von lokalen Sponsoren getragen.

Im Herbst 2021 finden dann die Abiturs-Prüfungen (A-Level) statt. Wir wünschen viel Erfolg !